Update: Unsere Rasenplätze unter extremer Belastung

Waldems, 11. August 2026

Vor rund sechs Wochen haben wir an dieser Stelle ausführlich über den Zustand unserer Rasenplätze und die zunehmenden Probleme durch Hitze und Trockenheit berichtet (Link: https://fc-waldems.de/zustand-unserer-rasenplaetze/). Damals stand der Sommer gerade erst am Anfang – inzwischen ist der Spielbetrieb der neuen Saison angelaufen und die Situation hat sich weiter verschärft.

Die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt: Unter den aktuellen Witterungsbedingungen stoßen unsere Möglichkeiten, unsere Naturrasenplätze für den Fußballbetrieb in einem vernünftigen Zustand zu halten, an ihre Grenzen.

Niederschlag Waldems 16.06.-10.08.2026
Zusammenfassung

 Die Saison läuft – unsere Plätze können kaum genutzt werden

Die Vorbereitung auf die neue Saison konnten unsere Mannschaften kaum auf den eigenen Sportplätzen absolvieren. Die anhaltende Hitze und die extreme Trockenheit haben die Rasenflächen so stark belastet, dass eine normale Nutzung teilweise nicht möglich war.

Mittlerweile ist der Spielbetrieb der Saison 2026/27 angelaufen. Damit steigt die Belastung für unsere Sportplätze zwangsläufig weiter. Training und Spiele müssen stattfinden – gleichzeitig benötigen die Rasenflächen dringend Wasser und eigentlich auch Phasen, in denen sie sich von der Belastung regenerieren können.

Ein Ziel, das sich unter den derzeitigen Bedingungen nur schwer miteinander vereinbaren lässt.

Warum wir den Rasen nicht einfach höher wachsen lassen können

Gerade bei den derzeitigen Temperaturen wäre es für die Rasenflächen eigentlich hilfreich, wenn die Grasnarbe möglichst dicht und etwas höher wachsen könnte. Eine längere Grasnarbe würde den Boden stärker beschatten, die direkte Sonneneinstrahlung reduzieren und dazu beitragen, die vorhandene Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Im normalen Fußballbetrieb können wir den Rasen jedoch nicht einfach wachsen lassen, wie es die aktuellen Wetterbedingungen eigentlich erfordern würden. Für einen ordentlichen Trainings- und Spielbetrieb muss die Rasenhöhe auf etwa 40 bis maximal 50 Millimeter begrenzt werden. Wird der Rasen deutlich höher, rollt der Ball nicht mehr vernünftig über die Oberfläche. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass die Spieler auf dem längeren und dichteren Rasen schlechter Halt finden und sich dadurch die Verletzungsgefahr erhöht.

Wir sind deshalb auch in diesem Sommer darauf angewiesen, unsere Plätze regelmäßig zu mähen, obwohl ein höherer Rasen der Grasnarbe bei der extremen Hitze eigentlich zugutekommen würde.

Das ist ein weiterer Punkt, der die Situation zusätzlich verschärft: Der Rasen kann sich nicht selbst durch eine größere Wuchshöhe vor der intensiven Sonneneinstrahlung schützen. Er muss auf die für den Fußballbetrieb notwendige Höhe zurückgeschnitten werden – und ist anschließend der Hitze, der intensiven Sonneneinstrahlung und dem fehlenden Wasser unmittelbar ausgesetzt.

Unter normalen Bedingungen ist das kein Problem. Bei den derzeitigen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit führt es jedoch dazu, dass die Grasnarbe deutlich schneller austrocknet und schließlich verbrennt. Gleichzeitig wird sie durch den laufenden Trainings- und Spielbetrieb zusätzlich belastet.

Die Rasenplätze befinden sich damit in einem regelrechten Teufelskreis aus Hitze, Trockenheit, notwendigem Mähen, fehlender Regeneration und unvermeidbarer Nutzung.

Kaum Regen – dafür Sonne und Hitze

Ein Blick auf die Wetterdaten der vergangenen acht Wochen verdeutlicht, wie außergewöhnlich die Situation ist.

In Waldems sind in diesem Zeitraum insgesamt lediglich 28,9 l/m² Niederschlag gefallen. Das entspricht gerade einmal 0,52 l/m² pro Tag.

Für eine gesunde und ausreichende Versorgung von Rasenflächen sind – abhängig von den jeweiligen Bedingungen – etwa 15 bis 20 l/m² Wasser pro Woche erforderlich.

Zum Vergleich: In den vergangenen acht Wochen wären damit grob 120 bis 160 l/m² notwendig gewesen. Tatsächlich sind gerade einmal rund 30 l/m² vom Himmel gekommen.

Es kam also nicht einmal annähernd ausreichend Wasser vom Himmel, um unsere Naturrasenplätze unter diesen Bedingungen dauerhaft in einem guten und belastbaren Zustand zu halten.

Besonders problematisch ist dabei, dass es in den vergangenen acht Wochen lediglich zwei Tage gab, an denen mehr als 2 l/m² Niederschlag gefallen sind. Bei diesen beiden Ereignissen handelte es sich zudem um kurzen, intensiven Platzregen.

Der ausgetrocknete und harte Boden kann solche Wassermengen nur sehr eingeschränkt aufnehmen. Ein erheblicher Teil des Wassers läuft oberflächlich ab, anstatt tief in den Boden einzudringen und den Rasen nachhaltig mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Gleichzeitig gab es in den vergangenen acht Wochen durchschnittlich knapp zehn Sonnenstunden pro Tag. In Verbindung mit den hohen Temperaturen bedeutet das eine enorme Belastung für die ohnehin stark ausgetrockneten Rasenflächen.

Die Wasserampel verschärft die Situation

Seit dem 7. August 2026 steht die Wasserampel in Waldems auf Rot.

Damit ist eine ausreichende Bewässerung unserer Sportplätze in Niederems und Esch derzeit nur noch sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht mehr möglich.

In Niederems ist die vorhandene Beregnungsanlage an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Die Nutzung ist damit unmittelbar von den Vorgaben der Gemeinde und der aktuellen Wasserampel abhängig.

Auch in Esch besteht keine Möglichkeit, die benötigte Wassermenge unabhängig von der öffentlichen Wasserversorgung zuverlässig bereitzustellen.

Damit fällt ausgerechnet in der Phase mit dem größten Wasserbedarf eine der wichtigsten Möglichkeiten zur Regeneration der Rasenflächen weitgehend weg.

Auch in Steinfischbach wird das Wasser knapp

In Steinfischbach sind wir zwar nicht unmittelbar von der Wasserampel abhängig, dennoch wird die Wasserversorgung zunehmend zum Problem.

Die Quelle, aus der unsere Wassertanks gespeist werden, führt immer weniger Wasser. Unter den derzeitigen Bedingungen dauert es – wenn es gut läuft – drei bis vier Tage, bis die Tanks wieder vollständig gefüllt sind und erneut bewässert werden kann.

Mit dem vorhandenen Wasser kann jeweils nur etwa ein Drittel des Spielfeldes bewässert werden.

Das bedeutet: Selbst wenn die Bewässerung unmittelbar nach dem Auffüllen der Tanks durchgeführt wird, vergehen anschließend wieder mehrere Tage, bis überhaupt die nächste Fläche bewässert werden kann.

Eine bedarfsgerechte Bewässerung des gesamten Sportplatzes ist unter diesen Bedingungen schlicht nicht möglich.

Und jetzt beginnt der Spielbetrieb

Das ist der entscheidende Unterschied zur Situation Anfang Juli.

Damals konnten wir die Entwicklung noch beobachten und versuchen, die Plätze möglichst zu schonen. Jetzt läuft die Saison.

Unsere Mannschaften müssen trainieren und Spiele austragen. Dadurch sind wir zwangsläufig darauf angewiesen, unsere Sportanlagen zu nutzen – auch dann, wenn die Rasenflächen eigentlich dringend eine Regenerationsphase benötigen würden.

Das hinterlässt Spuren.

Die ohnehin geschwächte Grasnarbe wird durch Training und Spiele weiter beschädigt. Auf einem harten und trockenen Untergrund nimmt die Belastung zusätzlich zu. Gleichzeitig fehlen Wasser und ausreichende Wachstumsbedingungen, damit sich die beschädigten Bereiche schnell wieder schließen können.

Besserung ist aktuell kaum in Sicht

Leider zeichnet sich derzeit auch kurzfristig keine nachhaltige Verbesserung ab.

Auch für die kommenden Tage ist kaum nennenswerter Niederschlag angekündigt. Damit ist weiterhin davon auszugehen, dass die Rasenflächen unter hoher Hitze- und Trockenheitsbelastung stehen werden.

Wie und in welchem Zustand unsere Plätze aus diesem Sommer herauskommen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

Unter den derzeitigen Bedingungen erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass sich die Rasenflächen im Laufe des Jahres vollständig von den Folgen dieses außergewöhnlich harten Sommers erholen können.

Gerade der Zustand der Grasnarbe wird entscheidend sein. Jede zusätzliche Beschädigung während der laufenden Saison erhöht den Aufwand, der später für eine Regeneration notwendig sein wird.

Ein Problem, das uns langfristig beschäftigen wird

Wir möchten mit diesem Update vor allem zeigen, vor welcher Situation wir als Fußballverein aktuell stehen.

Wir haben drei Naturrasenplätze, die bei normalen Witterungsbedingungen einen funktionierenden Trainings- und Spielbetrieb ermöglichen. Unter den klimatischen Bedingungen der vergangenen Wochen funktioniert dieses System jedoch zunehmend nur noch eingeschränkt.

Extreme Hitze, ausbleibender Niederschlag, eingeschränkte Wasserversorgung und gleichzeitig eine hohe sportliche Nutzung lassen sich auf Dauer nicht miteinander vereinbaren.

Dabei geht es nicht darum, die vorhandenen Rasenplätze schlechtzureden oder ihre Pflege infrage zu stellen. Im Gegenteil: Wir versuchen mit den vorhandenen Möglichkeiten alles, was möglich ist, um die Plätze zu erhalten.

Aber auch die beste Pflege kann fehlendes Wasser nicht ersetzen.

Die vergangenen acht Wochen zeigen eindrucksvoll, wie groß die Herausforderung inzwischen geworden ist. Und sie machen deutlich, warum wir uns als Verein Gedanken darüber machen müssen, wie wir auch unter den klimatischen Bedingungen der Zukunft dauerhaft verlässliche Trainings- und Spielmöglichkeiten schaffen können.

Denn eines ist klar:

Der Fußballbetrieb sollte nicht am Wetter scheitern.